Die Nachricht über Stephanie Aeffner Krankheit und ihren plötzlichen Tod hat uns alle erschüttert. Im Alter von nur 48 Jahren verstarb die Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen Mitte Januar überraschend. Stephanie Aeffner war nicht nur eine engagierte Politikerin, sondern zweifelsohne auch ein Vorbild für viele Menschen. Als erste Frau mit sichtbarer Behinderung im Bundestag setzte sie sich unermüdlich für Inklusion und Barrierefreiheit ein. In diesem Artikel beleuchten wir ihren beeindruckenden politischen Werdegang, klären die Frage welche Krankheit Stephanie Aeffner hatte, und würdigen ihr Vermächtnis im Kampf für die Rechte von Menschen mit Behinderungen.
Bundestagsabgeordnete Stephanie Aeffner verstirbt plötzlich
Am 14. Januar 2025 verstarb Stephanie Aeffner im Alter von 48 Jahren. Die Bundestagsabgeordnete aus Pforzheim starb plötzlich und unerwartet.
Welche Krankheit hatte Stephanie Aeffner?
Seit 1999 war Stephanie Aeffner aufgrund einer Muskelerkrankung auf einen Rollstuhl angewiesen. Die Erkrankung zwang sie, ihr Medizinstudium nach vier Jahren aus gesundheitlichen Gründen abzubrechen. Konkrete Angaben zur genauen Diagnose ihrer Muskelerkrankung wurden nicht öffentlich gemacht. Zu den Umständen ihres Todes und einer möglichen Verbindung zur Krankheit machte die Grünen-Fraktion keine Angaben.
Stephanie Aeffner Tod: Die Nachricht erschüttert die Politik
“Ihr plötzlicher Tod trifft uns tief. Wir sind traurig und erschüttert”, teilten die Grünen-Fraktionschefinnen Katharina Dröge und Britta Haßelmann mit. Die beiden Politikerinnen würdigten Aeffner als eine “sehr geschätzte Abgeordnete, die mit Leidenschaft, großer Überzeugung und Expertise für ihre und unsere Anliegen gekämpft hat”. Ministerpräsident Winfried Kretschmann erklärte: “Mit großer Bestürzung habe ich vom plötzlichen Tod von Stephanie Aeffner erfahren”. Beileidsbekundungen erreichten die Familie über Parteigrenzen hinweg. FDP-Kreisvorsitzender Hans-Ulrich Rülke betonte: “Unter Demokraten ruht in einer solchen Situation der Wahlkampf und über Parteigrenzen hinweg gedenken wir der persönlichen Wertschätzung”.
Erste Frau im Rollstuhl im Deutschen Bundestag
Bei der Bundestagswahl 2021 wurde Stephanie Aeffner als erste Frau im Rollstuhl in den Deutschen Bundestag gewählt. Sie vertrat den Wahlkreis Pforzheim und war über die Landesliste von Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg ins Parlament eingezogen. Im Bundestag war sie Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales. Innerhalb ihrer Fraktion verantwortete sie die Themen Sozialpolitik, Bekämpfung von Kinderarmut, Asyl und Flucht sowie Behindertenpolitik. Darüber hinaus fungierte sie als politische Koordinatorin des Gewerkschafts- und Sozialbeirats.
Ihr politischer Werdegang: Von der Landesbehindertenbeauftragten zur Bundestagsabgeordneten

Stephanie Aeffner wurde am 29. April 1976 in Donaueschingen geboren und lebte in Eppelheim im Rhein-Neckar-Kreis. Die studierte Sozialpädagogin (FH) baute sich einen beeindruckenden politischen Werdegang auf, der tief in ihrer praktischen Arbeit mit Menschen mit Behinderungen verwurzelt war.
Engagement im Zentrum selbstbestimmt Leben Stuttgart
Bereits seit Mai 2012 arbeitete Stephanie Aeffner beim Zentrum selbstbestimmt Leben Stuttgart e.V.. Zu ihren Aufgaben gehörten die Beratung und Begleitung von Menschen mit Behinderungen und deren Angehörigen sowie die Entwicklung und Durchführung von Inklusionsprojekten. Gleichzeitig wirkte sie in diversen städtischen und Landesgremien mit, darunter im Inklusionsbeirat Stuttgart. Sie schulte städtische Mitarbeiter und begleitete Stadtentwicklungsprozesse. Parallel engagierte sie sich seit 2012 in der LAG Behindert in Baden-Württemberg, einem behinderungsübergreifenden Zusammenschluss zur Umsetzung der Ziele der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung auf Landesebene.
Als Landesbehindertenbeauftragte von Baden-Württemberg (2016-2021)
Ministerpräsident Winfried Kretschmann berief Stephanie Aeffner 2016 für die Dauer der Wahlperiode des Landtags zur ehrenamtlichen Landes-Behindertenbeauftragten. Die damals 40-jährige war die erste persönlich Betroffene im Amt der baden-württembergischen Landes-Behindertenbeauftragten. Kretschmann würdigte sie als seit vielen Jahren haupt- und ehrenamtlich für Menschen mit Behinderungen engagiert. Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha betonte: “Nichts über uns ohne uns – dieser berechtigten Forderung von Menschen mit Behinderungen wird die Landesregierung gerecht werden”. Zu den Schwerpunkten ihres Amtes zählte die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf Landes- und kommunaler Ebene. Sie beriet die Politik und begleitete die Gesetzgebung aktiv.
Einzug in den Bundestag 2021
Bei der Bundestagswahl am 26. September 2021 kandidierte Stephanie Aeffner im Wahlkreis Pforzheim und erhielt 12,7 % der Erststimmen. Über Platz 15 der Landesliste von Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg zog sie in den Deutschen Bundestag ein.
Ihre Arbeit im Ausschuss für Arbeit und Soziales
Im Bundestag fungierte sie als ordentliches Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales. Stellvertretend gehörte sie dem Rechtsausschuss, dem Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung sowie dem Ausschuss für Gesundheit an.
Bundestag gedenkt Stephanie Aeffner mit Schweigeminute

Am Donnerstag, den 30. Januar 2025, erhob sich der Bundestag zu einer Schweigeminute für die verstorbene Abgeordnete. Viele Abgeordnete trugen schwarz, ein Blumengesteck lag auf ihrem Platz in den Reihen der Grünen-Fraktion.
Würdigung durch Bundestagspräsidentin Bärbel Bas
Bundestagspräsidentin Bärbel Bas würdigte Stephanie Aeffner zu Beginn der Plenarsitzung für ihren unablässigen Einsatz für eine inklusive und barrierefreie Gesellschaft sowie im Kampf gegen Armut in Deutschland. “In Gedanken sind wir bei ihren Angehörigen und den Hinterbliebenen”, sagte Bas. Die Präsidentin hob hervor, dass Aeffners Credo lautete: “Behindertenpolitik ist Menschenrechtspolitik”. Bas betonte zudem, dass die Abgeordnete nicht auf diese eine Rolle reduziert werden wollte: “Ihr Herz schlug für die Menschen, die Solidarität besonders brauchen”. Sie charakterisierte Aeffner als “manchmal unbequem, immer engagiert, couragiert und geradlinig”.
Reaktionen der Grünen-Fraktion
Bundesvorsitzende Franziska Brantner reagierte tief betroffen: “Der plötzliche Tod von Stephanie Aeffner macht mich unendlich traurig. Steffi war eine warmherzige Kollegin in der Fraktion; sie war eine unermüdliche Kämpferin für soziale Gerechtigkeit”. Die innenpolitische Sprecherin Lamya Kaddor schrieb: “Sie war eine Kämpferin gegen Ungerechtigkeit jeder Art, hat immer ihre Stimme erhoben, wenn es gegen die Schwächsten ging”. Die Landesvorsitzenden Lena Schwelling und Pascal Haggenmüller erklärten: “Als erste Frau mit sichtbarer Behinderung im Bundestag war sie für unglaublich viele Menschen ein Vorbild”.
Beileidsbekundungen über Parteigrenzen hinweg
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast aus Pforzheim zeigte sich bestürzt. Stephanie Aeffner sei eine Politikerin mit dem Herz am richtigen Fleck gewesen. Der FDP-Landesvorsitzende Hans-Ulrich Rülke betonte: “In einer solchen Situation ruht der Wahlkampf. Über Parteigrenzen hinweg gedenken wir der persönlichen Wertschätzung”.
Ihr Vermächtnis: Unermüdlicher Kampf für Inklusion und Barrierefreiheit
Stephanie Aeffners politisches Wirken hinterließ tiefe Spuren in der deutschen Behindertenpolitik. Ihr unermüdlicher Kampf galt der Verwirklichung einer inklusiven Gesellschaft, in der Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt teilhaben können.
Einsatz für die UN-Behindertenrechtskonvention
Ende August 2023 reiste Aeffner zusammen mit ihrer Fraktionskollegin Corinna Rüffer zu den Vereinten Nationen nach Genf. Deutschland wurde zwei Tage vom UN-Fachausschuss geprüft, wie es um die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention steht. Der Ausschuss kritisierte Deutschland scharf: Die Mitglieder hatten den Eindruck, dass Deutschland die Konvention nicht ganz verstanden hat. Sonderwelten und Segregation sind laut dem Ausschuss besonders in den Bereichen Wohnen, Bildung und Arbeit fest verankert.
Ihr Beitrag zum Bundesteilhabegesetz
Das Bundesteilhabegesetz bildete einen Schwerpunkt ihrer Arbeit als Landesbehindertenbeauftragte. Das Gesetz verspricht Menschen mit Behinderung individuelle Hilfen statt pauschalierte Leistungen, damit sie selbst entscheiden können, wo sie leben wollen. Aeffner setzte sich dafür ein, dass auch Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf selbstbestimmt ihren Alltag gestalten können.
Was bleibt von ihrem politischen Wirken?
Ihre größte Errungenschaft war die Etablierung von Behindertenpolitik als Menschenrechtspolitik. Sie kämpfte für die Verpflichtung privater Anbieter zum Abbau von Barrieren und trieb die Bundesinitiative Barrierefreiheit voran.
Schlussfolgerung
Stephanie Aeffners Tod hinterlässt eine schmerzliche Lücke in der deutschen Politik. Ihre Arbeit hat uns allen gezeigt, dass Behindertenpolitik in der Tat Menschenrechtspolitik ist. Als erste Frau mit sichtbarer Behinderung im Bundestag ebnete sie den Weg für eine inklusivere Gesellschaft. Ihr Vermächtnis verpflichtet uns, den Kampf für Barrierefreiheit und Selbstbestimmung weiterzuführen. Die Erinnerung an ihre Leidenschaft, Expertise und Geradlinigkeit wird uns stets begleiten.
FAQs
Q1. Warum war Stephanie Aeffner auf einen Rollstuhl angewiesen? Stephanie Aeffner war seit 1999 aufgrund einer Muskelerkrankung auf einen Rollstuhl angewiesen. Diese Erkrankung zwang sie auch dazu, ihr Medizinstudium nach vier Jahren aus gesundheitlichen Gründen abzubrechen.
Q2. Welche historische Bedeutung hatte Stephanie Aeffners Einzug in den Bundestag? Bei der Bundestagswahl 2021 wurde Stephanie Aeffner als erste Frau mit sichtbarer Behinderung im Rollstuhl in den Deutschen Bundestag gewählt. Sie vertrat den Wahlkreis Pforzheim für Bündnis 90/Die Grünen.
Q3. Welche Funktion hatte Stephanie Aeffner vor ihrer Zeit im Bundestag? Von 2016 bis 2021 war Stephanie Aeffner die ehrenamtliche Landes-Behindertenbeauftragte von Baden-Württemberg. Sie war die erste persönlich Betroffene in diesem Amt und setzte sich besonders für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ein.
Q4. Wofür setzte sich Stephanie Aeffner politisch ein? Stephanie Aeffner kämpfte unermüdlich für Inklusion, Barrierefreiheit und soziale Gerechtigkeit. Ihr Credo lautete “Behindertenpolitik ist Menschenrechtspolitik”. Sie engagierte sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, gegen Kinderarmut und für selbstbestimmtes Leben.
Q5. Wie reagierte der Deutsche Bundestag auf Stephanie Aeffners Tod? Am 30. Januar 2025 gedachte der Bundestag Stephanie Aeffner mit einer Schweigeminute. Bundestagspräsidentin Bärbel Bas würdigte sie für ihren unablässigen Einsatz für eine inklusive Gesellschaft. Viele Abgeordnete trugen schwarz, und ein Blumengesteck lag auf ihrem Platz.
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