Die Trauer Kara Gislason Traueranzeige erschütterte die Handballwelt: Alfred Gislason, Bundestrainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft, verlor seine Ehefrau Kara-Gudrun am 31. Mai 2021 nach einem aggressiven Gehirntumor. Tatsächlich erhielt die Kara Gislason Todesursache erst Anfang Mai ihre erschütternde Diagnose[-4]. Wir beleuchten in diesem Artikel die bewegende Geschichte hinter dem Verlust. Alfred Gislason Frau war nicht nur seine Lebenspartnerin seit dem 15. Lebensjahr, sondern auch seine größte Stütze. Trotz des Schicksalsschlags führte er das DHB-Team zu den Olympischen Spielen. Wie konnte Alfred Gislason Ehefrau ihn überzeugen, weiterzumachen? Wir zeigen die emotionalen Hintergründe dieser schweren Zeit und wie Kara Gislason bis zuletzt an ihren Mann glaubte.
Kara Gislason Todesursache: Diagnose erschüttert Bundestrainer
Aggressive Krebserkrankung kehrt zurück
Am 3. Mai 2021, einen Tag nach dem Länderspiel gegen Estland, kehrte Alfred Gislason nach Hause zurück. Der Gang zum Arzt veränderte alles. “Der Krebs war mit aller Macht und Brutalität zurückgekommen. Es war ein Gehirntumor, ein extrem seltener und bösartiger”, offenbarte Gislason später. Die Diagnose traf die Familie wie ein Schlag. Kara-Gudrun hatte bereits zuvor gegen Krebs gekämpft, doch diesmal zeigte sich die Krankheit gnadenlos. Der Bundestrainer stand vor einer unmöglichen Entscheidung zwischen seiner Karriere und den letzten Momenten mit seiner Ehefrau.
Seine erste Reaktion war eindeutig: “Meine erste Reaktion war, ich rufe Axel Kromer an, kündige – und wir gehen dann nach Island und verbringen die Zeit, die Kara noch bleibt, gemeinsam in Island”. Gislason wollte seinen Posten als Bundestrainer niederlegen, um sich vollständig auf seine kranke Frau konzentrieren zu können. Die Olympischen Spiele in Tokio rückten in weite Ferne. Doch Kara-Gudrun reagierte anders als erwartet.
Kara Gislasons letzte Wochen
Die Zeit der Chemotherapie wurde zum Albtraum für die Familie. Anfang Mai, nach der zweiten Sechser-Chemotherapie, teilten die Ärzte ihre vernichtende Einschätzung mit: “Anfang Mai, nach der zweiten 6er-Chemo sagten uns die Ärzte, dass es so gut wie aussichtslos ist und sie nichts mehr machen könnten”. Gislason hatte noch gehofft, wenigstens ein halbes Jahr gemeinsam zu haben. “Dann sagte Kara aber: ‘Nein.’ Als hätte sie es geahnt, dass sie schon früher geht”.
Kara-Gudrun bestand darauf, dass ihr Mann weitermachte. “Kara war auch wirklich sauer auf mich, als ich sagte, ich höre auf. Sie hat gewusst, dass der Handball für mich wichtig ist, wenn sie nicht mehr lebt”. Am 31. Mai verstarb sie im Alter von 61 Jahren. Lediglich 28 Tage lagen zwischen der Diagnose und ihrem Tod.
Alfred Gislason spricht erstmals über den Verlust
Monate später brach Gislason sein Schweigen im Interview mit der “Sport Bild”. “Es war schockierend, wie schnell alles ging”, beschrieb er die letzten Wochen. Dem Deutschen Handballbund zeigte er sich dankbar: “Dem DHB bin ich äußerst dankbar, dass sie mich den ganzen Mai in Ruhe gelassen haben”. Die Worte fielen ihm schwer. “Das war und ist immer noch unglaublich hart”, sagte Gislason über den Verlust der Frau, die er seit seinem zwölften Lebensjahr kannte.
Alfred Gislason Ehefrau: Eine Liebe seit der Kindheit
Wie sich Alfred und Kara Gislason kennenlernten
Alfred Gislason traf seine spätere Ehefrau Kara-Gudrun, als beide erst zwölf Jahre alt waren. In ihrer isländischen Heimat entstand zunächst eine Freundschaft zwischen den beiden Kindern. Vier Jahre später, mit 16 Jahren, entwickelte sich aus dieser Freundschaft Liebe. Seit diesem Zeitpunkt blieben sie unzertrennlich. “Kara und ich waren seit unserem 16. Lebensjahr ein Paar und kannten uns bereits, seit wir zwölf waren”, erinnerte sich Gislason später. Über vier Jahrzehnte sollte diese Beziehung halten, die in der Kindheit begann.
Gemeinsames Leben und Familie
Die Ehe mit Kara-Gudrun Melstað dauerte bis zu ihrem Tod am 31. Mai 2021. Gemeinsam zogen Alfred und Kara drei Kinder groß: die Söhne Elfar und Andri sowie ihre Tochter Adelheid. Der Bundestrainer ist Historiker und dreifacher Vater. Im Laufe der Jahre wuchs die Familie weiter. Mittlerweile gehören auch Enkelkinder zur Familie, die allerdings ohne ihre Großmutter Kara aufwachsen müssen.
Das Ehepaar lebte in der Nähe von Magdeburg im Jerichower Land. Dort hatten sie sich ein gemeinsames Zuhause aufgebaut. Nach einer Veranstaltung erzählte Kara einst, sie seien immer noch nicht mit allem auf dem Grundstück fertig. Der gebürtige Isländer wusste selbst: “Du bist nicht ganz dicht, wenn du sowas machst”, zeigte sich aber glücklich in seinem Heim. Die enge Beziehung zu seinen Eltern, seinen Kindern und den vier Enkelkindern prägte den Familienmenschen Gislason.
Kara Gislasons Rolle in Alfreds Karriere
Mit dem Krebs-Tod von Kara-Gudrun verlor Alfred Gislason nicht nur seine Jugendliebe und Ehefrau, sondern auch seinen “besten Freund”. Sie wusste genau, wie wichtig ihm der Handball war. Handball erwies sich als Lebenselixier für den Familienmenschen. Kara verstand die Bedeutung des Sports für ihren Mann und unterstützte seine Karriere bedingungslos. Entsprechend reagierte sie, als er seinen Rücktritt als Bundestrainer erwog. Sie überzeugte ihn weiterzumachen, auch weil sie erkannte, wie essenziell diese Aufgabe für sein weiteres Leben sein würde.
Zwischen Olympia und Trauer: Gislason führt DHB-Team trotz Schicksalsschlag
Warum Alfred Gislason seinen Rücktritt erwog
Nach der Schockdiagnose am 3. Mai stand für Gislason fest: “Meine erste Reaktion war, ich rufe Axel Kromer an, kündige – und wir gehen dann nach Island und verbringen die Zeit, die Kara noch bleibt, gemeinsam in Island”. Der Bundestrainer wollte die letzten Wochen mit seiner Frau in ihrer gemeinsamen Heimat verbringen. Die Olympischen Spiele in Tokio erschienen ihm plötzlich bedeutungslos gegenüber der verbleibenden Zeit mit Kara-Gudrun. Seinen Posten als Trainer der deutschen Nationalmannschaft sah er als aufgebbar an.
Kara überzeugt ihren Mann weiterzumachen
Kara-Gudrun reagierte jedoch entschieden. Sie wusste, dass der Handball für ihren Mann nach ihrem Tod überlebenswichtig sein würde. “Kara war auch wirklich sauer auf mich, als ich sagte, ich höre auf”, erinnerte sich Gislason später. Seine Frau hielt ihn vom Rücktritt ab. Dem DHB zeigte sich Gislason dankbar: “Dem DHB bin ich äußerst dankbar, dass sie mich den ganzen Mai in Ruhe gelassen haben”. Sportvorstand Axel Kromer und die Verantwortlichen ließen ihm den nötigen Freiraum.
Das Team erfährt von der Krankheit
Die Spieler der deutschen Nationalmannschaft kannten Karas Erkrankung. “Die Spieler wussten, dass Kara krank war. Mit der Zeit hörten sie auch, dass es ihr schlechter ging”, berichtete Gislason. Anfang Mai informierte er den DHB über die erneute Erkrankung seiner Frau. Die Mannschaft erfuhr nach und nach vom Verlauf der Krankheit.
Olympische Spiele in Tokio als Kraftquelle
Nach Karas Tod am 31. Mai reiste der damals 61-Jährige mit dem Team nach Tokio. Im Viertelfinale scheiterte die deutsche Auswahl an Ägypten. Die Rückkehr aus Japan traf ihn hart: “Und dann ging mir auf einmal durch den Kopf – es ist eigentlich egal, ob ich heute oder morgen nach Hause fahre. Denn Kara ist nicht mehr dort”.
Neue Liebe nach Kara Gislason Traueranzeige
Wenige Monate nach Karas Tod trat Hrund Gunnsteinsdóttir in Alfred Gislasons Leben. Alles begann mit einer Audio-Sendung im Internet. Die 15 Jahre jüngere Filmemacherin, Autorin und Unternehmerin im Kulturbereich hörte einen Podcast mit dem Bundestrainer, schrieb ihn an und bat um ein Interview. “Es war überhaupt nicht geplant von mir, es passierte einfach”, beschrieb Gislason später das Kennenlernen.
Im ersten Gespräch stellte sich eine kuriose Verbindung heraus: Hrunds Vater war Gislasons Co-Trainer bei seiner ersten Länderspielreise mit der A-Nationalmannschaft. Nach diesem Interview fragte der Bundestrainer sie, ob sie essen gehen wollten. “Und es passte sofort”, verriet er.
Mittlerweile, dreieinhalb Jahre nach Karas Tod, ist Alfred Gislason wieder glücklich vergeben. In der ARD-Dokumentation “Die deutschen Stars privat wie nie” sprach der 65-Jährige in den höchsten Tönen von seiner Partnerin. “Ich denke, dass kaum jemand zweimal in seinem Leben so viel Glück haben kann wie ich”, zitiert RTL den sonst eher mürrisch wirkenden Trainer. Das Leben sei schön, gab er zu, meistens jedenfalls. Er habe beschlossen, das Beste daraus zu machen und jeden Moment zu genießen.
Gunnsteinsdóttir arbeitet als Autorin, Beraterin, Rednerin und Regisseurin. Die 50-Jährige hat drei eigene Kinder. “Es passt wirklich gut. Ich kann mit ihr über alles reden”, sagte Gislason über seine Beziehung. Handball spielt dabei zu Hause eine untergeordnete Rolle. “Darüber reden wir nicht so richtig”, verriet der Bundestrainer mit einem Augenzwinkern.
Seine Partnerin sieht die Veränderung deutlich: “Er hat seine Stärke, seinen Optimismus zurückgewonnen. Es ist einfach schön zu sehen, dass er wieder aufblüht”.

